Grand Prismatic Spring – letztes Puzzle-Teil im riesigen Gesamtbild des unglaublich vielseitigen Yellowstone National Parks
Ich habe den Yellowstone National Park mittlerweile schon zu jeder Jahreszeit besucht, aber jedesmal die Grand Prismatic Spring auslassen müssen. Entweder hat die Zeit nicht gereicht, der Parkplatz war zu überlaufen und ich konnte nicht anhalten und aussteigen, dieser Teil des Parks war für individuell reisende Parkbesucher nicht zugänglich (Winter), oder der Zugang war wegen Renovation geschlossen. Also eigentlich war ich ja schon da, bin über die Boardwalks um die Quelle herum gelaufen. Aber der etwas höher gelegene „View Point“ oberhalb der Grand Prismatic Spring war während der letzten 4 Jahre für mich jedesmal unerreichbar gewesen. Und nur von dort oben kann das ganze Ausmass und die Farbenpracht dieser heissen Quelle erfasst werden. Nun, dieses Mal hab ich es geschafft. Ich war zur rechten Zeit am rechten Ort. Kommt also mit und bestaunt mit mir diese fantastische Märchenwelt.
Zuerst haben wir uns wieder von unten an diesen natürlichen Farbtopf der hier unablässig brodelnden Erde herangepirscht. Zusammen mit unzähligen anderen Touristen sind wir den Boardwalks entlang spaziert und haben uns von der unglaublichen Farbenvielfalt verzaubern lassen. Denn schon hier unten auf Augenhöhe bietet sich uns ein fantastisches Schauspiel.















Wie immer tat ich mich schwer damit, mich von dieser Wunderwelt loszureissen. Dennoch musste es sein. Ich wollte ja noch hinauf zum Aussichtspunkt über der Grand Prismatic Spring. Der Weg da hinauf ist schon im Sommer 2017 endlich wieder dem Publikum freigegeben worden. Und nun wollte ich unbedingt auch endlich da hinauf, um dieses Wunder der Natur in seiner ganzen Pracht erstrahlen zu sehen. Ach wär das nur so einfach gewesen. Nirgends wies ein Schild oder ein Pfeil in die Richtung zu dem Aufstieg. Ich konnte mich anstrengen soviel ich wollte, aber hier gab’s nirgendwo einen Weg zu einem Aussichtspunkt. Die Boardwalks führten alle nur um die riesige Quelle herum und wieder zurück zum Parkplatz, wo wieder nichts auf einen Aufstieg zu einem Aussichtspunkt hinwies. Was jetzt? In der Ferne entdeckten wir einige Leute auf einen Hügel zu pilgern. Na das musste es doch sein, oder? Aber wie kommen wir dort hin?
Ich hab sowas noch nie erlebt in einem amerikanischen Nationalpark. Normalerweise ist hier immer alles sehr touristenfreundlich ausgeschildert, und man findet immer völlig unproblematisch jedes angepeilte Ziel. Wir machten uns also wieder auf den Weg und fuhren mit unserem schicken Mietwagen auf der Ringstrasse weiter zum nächsten Parkplatz. Wir parkten ganz am hinteren Ende, verliessen dort das geteerte Gelände und stiegen auf eine Schotterstrasse hinunter, die zu jenem Hügel zu führen schien. Als Touristen vor uns einen uns entgegenkommenden Wanderer fragten, ob dieser Weg zum Grand Prismatic Spring Overlook führt und ob es denn sehr weit und anstrengend sei, wussten wir, dass wir endlich auf dem richtigen Weg waren. Vergnügt stapften wir durch die wunderschöne Gegend und störten uns auch nicht daran, als es dann irgendwann etwas aufwärts ging. Wussten wir doch, dass uns oben auf dem Hügel der Blick auf’s Paradies erwartete.



Noch nicht überzeugt? Also klettern wir noch etwas höher hinauf und werfen wir von dort einen Blick hinunter:











Erfüllt vom Anblick dieses Farbenrausches machten wir uns wieder auf den Abstieg. Ist es nicht absolut umwerfend, was die Natur so alles hinkriegt, ganz ohne unser Zutun?


Auf der Rückfahrt aus dem Nationalpark hinaus mussten wir uns natürlich auch die Mammoth Hot Springs noch einmal ansehen. Ich hab die jetzt schon X-mal bewundert. Trotzdem faszinieren sie mich immer wieder aufs Neue. Jedesmal hat sich wieder etwas verändert. Eine Quelle ist versiegt, eine andere neu entstanden. Neue Farbmuster haben sich gebildet. Oder es sind komplett neue Farbenspiele durch die unterschiedlichen Wassertemperaturen entstanden. Es ist immer wieder äusserst spannend und verführerisch, durch diese Märchenwelt zu wandern und sich hineinziehen zu lassen in dieses Paradies, welches ja eigentlich der Hölle näher ist. Nicht vergessen: wir befinden uns hier inmitten eines riesigen vulkanischen Gebiets.

























Nachdem wir verschiedentlich von Weitem lediglich die Hinteransicht eines Wapiti-Hirsches zu Gesicht bekommen haben, freuten wir uns umso mehr als uns ein laut röhrendes Exemplar über den Weg lief. Seine Familie musste ihm bereits zuvorgekommen sein und hatte die Strasse schon überquert, derweil das Familienoberhaupt immer noch auf der falschen Strassenseite nach seinem Anhang rief. Und dann plötzlich konnte es ihm nicht schnell genug gehen. Immer noch aufgebracht zeternd lief er vor unserem Wagen über die Strasse, während sich seine Angehörigen keinen Deut um ihn scherten. Genüsslich kauten sie an dem anscheinend äusserst leckeren Gras auf dieser Seite der Strasse herum und drehten ihm seelenruhig die Hinterteile entgegen.















Ach wie herrlich! Draussen wütet Wintersturm „Marilou“ lautstark und ungemütlich vor sich hin, während ich in der warmen Stube vor dem Computer sitze und die Zauberwelt meines vergangenen Montana-Urlaubs auferstehen lasse. Draussen ist es kalt und grau, hier drinnen wunderbar warm und bunt. Ich möchte diese Traumwelt gar nicht mehr verlassen…
Aber auch dieser wunderschöne Tag ging zu Ende und wir mussten uns wieder auf den Heimweg in unseren umgebauten Pferdestall machen. Erschöpft und erschlagen von all den fantastischen Impressionen fielen wir an diesem Abend in unsere Betten…




Liebe Eva, ich bin fasziniert von diesen tollen Aufnahmen, welches Glück sowas schönes sehen zu dürfen..Liebe Grüsse Maria