Oh was für eine Wahnsinnsstadt. So riesig, so komplex und dermassen verwirrend. Aber heute habe ich dank Kyoungeuns Hilfe gelernt die U-Bahn zu benutzen. Es ist ganz schön anstrengend da hinunterzusteigen und am Ziel wieder hinauf, denn nicht an jedem Ausgang gibt’s Rolltreppen. Mit Hilfe von Naver Maps kriegt man jedoch alles genauestens angezeigt: welche U-Bahn und welchen U-Bahn-Eingang man benutzen muss, wieviele Stationen zu fahren sind, wann man wieder aussteigen muss und welchen Ausgang man nehmen soll, um an sein Ziel zu kommen. Einfach genial.
Zuallererst aber ging’s heute mal in ein traditionelles koreanisches Restaurant gleich hier um die Ecke.

Hier kletterten wir ein schmale Treppe hoch in den 1. Stock, wo es das berühmte Samgyetang gibt. In einer mit Gingsengwurzel und Jujube gekochten Brühe wird ein kleines mit Klebreis gefülltes Hühnchen gegart. Ich wollte das unbedingt mal ausprobieren, da hier keinerlei glutenhaltige Saucen benutzt werden wie sonst in fast allen koreanischen Gerichten. Und ich wurde nicht enttäuscht.

In einer feuerheissen Steinzeugschüssel wird die immer noch wild brodelnde Suppe serviert. Oh dieser Duft! Herrlich! Dazu gibt’s natürlich Kimchi, das um einiges schärfer ist als das bei uns erhältliche, aber super lecker. Und ebenso konnte man sich an einem grossen Topf mit eingelegtem Rettich bedienen. Ach genial! Ich werde Samgyetang mit Sicherheit zuhause nachkochen. Es gibt hier sogar die entsprechenden Zutatenpäckchen zu kaufen.
Ikseon-dong Hanok Village
Nach dem Mittagessen spazierten wir noch ein wenig durch Ikseon-dong, einem der ältesten Viertel von Seoul mit vielen kleinen Hanoks, in welchen unzählige kleine Läden, Kaffees und Restaurants untergebracht sind.










Bevor wir zum Highlight des Tages kamen, ging’s noch zu Kyoungeuns Lieblingsoptiker, wo ich mir gleich zwei neue Brillen zugelegt hab. Der Herr war unglaublich nett und eifrig bemüht, mir das gewünschte zu liefern. In 2 Wochen werd ich dann das Resultat begutachten können.

So, und da wir jetzt den ganzen Nachmittag in dem tollen Brillenladen vertrödelt hatten ging’s jetzt schnurstracks per U-Bahn wieder zurück ins Zentrum, genauer gesagt zum…
Gyeongbokgung – Palast der strahlenden Glückseligkeit
Der Gyeongbokgung-Palast wurde Ende des 14. Jahrhunderts erbaut und diente fast 200 Jahre lang als Residenz der Könige bis er Ende des 16. Jahrhunderts im Imjin-Krieg von den Japanern zerstört wurde. Danach wurde er für die folgenden 300 Jahre nicht wieder aufgebaut. Erst König Gojong liess den Palast in den Jahren 1865 bis 1867 wieder errichten. Während der japanischen Besatzung wurden wieder diverse Gebäude abgerissen und die ganze Anlage massiv verändert. Erst ab 1990 hat man begonnen den Palast wieder in seiner ursprünglichen Form zu rekonstruieren.
Obwohl die meisten Gebäude des Palastes nicht mehr aus früheren Zeiten stammen, atmet man hier dennoch die Atmosphäre der Vergangenheit. Absolut umwerfend ist das Gefühl dort inmitten dieser architektonischen Pracht zu stehen. Da Kyoungeun die letzten beiden Tickets für die „Nachtöffnung“ ergattern konnte, stand mir an diesem Abend ein sagenhaftes Erlebnis bevor. Ach, was soll ich sagen. Seht am besten selbst, was für eine traumhafte Szenerie mich hier erwartete:






















Oh ich möchte gar nicht mehr zurück in die Realität! So bezaubernd war dieser wunderschöne Abend in der Welt der Joseon-Dynastie…

