Auf geht’s nach Frankreich…

Ach wie herrlich unkompliziert ist es doch, eine Reise mit dem eigenen Auto zu unternehmen. Einfach zur Haustür hinaus, alles ins Auto packen und los geht’s. Kein stundenlanges Kofferpacken, weil ich wieder viel zu viel eingeplant hatte. Kein nerviges Umpacken, weil ich alles irgendwie in einen Koffer kriegen muss, was ich aber nicht schaffe… Nein einfach alles irgendwie ins Auto und fertig.

An einem Samstag im letzten September war’s wieder soweit. Dieses Mal sollte sich unsere Europa-Reise auf Frankreich beschränken, und dort vornehmlich auf die wunderschöne Bretagne. Endlich würde ich all die Drehorte sehen, welche ich von unzähligen Filmen und Serien bereits in- und auswendig zu kennen glaubte. Oh, ich würde an den Steilküsten spazieren gehen, leckere Galettes verspeisen, geschichtsträchtige Orte erkunden und den Zauber der bretonischen Kultur kennenlernen. Ich freute mich beinahe so sehr auf die Bretagne wie auf meine Seelenheimat Montana. Und da wusste ich noch nicht, dass auch in der Bretagne so einiges an meiner Seele zupfen würde.

…eine herrliche Fahrt durchs Burgund

Wir schafften es allerdings nicht gleich am ersten Tag in die Bretagne, da wir es eher gemütlich angehen lassen wollten. Es sollte nicht wieder so ein Rumgestresse werden wie die letztjährige Reise durch Südeuropa. Also wollten wir erstmal ein paar Stunden Autofahrt in die richtige Richtung hinter uns bringen. Und als wir beim ersten Halt in Précy-sous-Thil nirgends willkommen waren, da alles geschlossen hatte, machten wir uns auf den Weg nach Avallon im Burgund, um uns dort die Beine etwas zu vertreten.

Avallon

Ich hatte ja keine Ahnung, dass Avallon so ein hübsches Städtchen ist. Sonst hätte ich das von Anfang an offiziell in meine Reiseroute eingeplant. Aber auch so war es ein Hochgenuss, durch die Gassen dieses Ortes zu spazieren und das französische Flair aufzusaugen. Der Charme der schon recht verlotterten Häuser gepaart mit der im ganzen Städtchen verteilten Blumenpracht muss jeden sofort verzaubern. Begeistert und schon vollkommen auf Urlaub eingestimmt erkundeten wir Avallon.

Nachdem wir uns hier satt gesehen und in einem Bistro unseren Durst gestillt hatten, ging es noch ein kleines bisschen weiter durch wunderschöne Landschaften zum heutigen Tagesziel Auxerre.

Erst fuhren wir mal an Auxerre vorbei, obwohl uns das schwer viel. Auxerre lag so verlockend vor uns, dass wir am liebsten gleich dahin abgebogen wären. Aber nun wollte zuallererst unsere Unterkunft bezogen werden. Was für ein Fund auf Airbnb! Ein herrliches altes Haus in Chevannes, sanft renoviert und modern eingerichtet ohne den Charme des Originals zu übertünchen, wartete auf uns. Und der Gastgeber empfing uns mit einem selbst gemachten Brioche und diversen ebenso selbst gemachten Konfitüren. Ich konnte davon nichts probieren, aber meine Reisebegleitung war Feuer und Flamme und verspeiste schon mal die Hälfte des Riesenbrioche zum Apéro.

Auxerre

Kaum hatten wir uns eingerichtet, ging’s dann auch gleich nach Auxerre an der Yonne. Mir knurrte bereits der Magen und ich war gespannt auf dieses als äusserst hübsch gepriesene Städtchen. Als wir innerhalb von Auxerre vergebens nach einem freien Parkplatz Ausschau hielten, fuhren wir eben kurzerhand ans andere Ufer der Yonne, wo auf einem grossen Feld ein riesiger Parkplatz auf uns wartete.

Und als wir uns zu Fuss auf den Weg ins Stadtzentrum machten, fiel uns das Überbleibsel eines einstmals hier geparkten Rollers ins Auge. Etwas mulmig war uns jetzt schon. Hoffentlich würden wir bei unserer Rückkehr etwas mehr von unserem Auto vorfinden…

Die Sorgen waren aber bald vergessen, denn Auxerre verzauberte uns im Nu mit seiner Schönheit. Das warme Abendlicht tat sein Übriges und schon tauchten wir ein in die verträumte Welt dieses uralten Städtchens, dessen Wurzeln bis in die Antike zurückreichen.

Gegen Ende unseres Abendspazierganges musste dann endlich was Essbares her. Mir knurrte immer noch der Magen und ich mochte keinen Schritt mehr tun. Also kehrten wir in eines der verlockenden Lokale ein und bestellten unser erstes französisches Abendessen. Heute gab’s leckere Paté mit Zwiebel-Confit und einem Salatbouquet und anschliessend ein fantastisches Steak Tartare vom Charolais-Rind und die leckersten Fritten überhaupt. Für den Nachtisch war dann leider kein Platz mehr…

Gestärkt und vollkommen zufrieden spazierten wir dann in der prächtigen Abendbeleuchtung zurück zu unserem Auto, welches vollständig und unangetastet zur Abholung bereit stand…

Hier geht’s weiter…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.