Obwohl ich eigentlich schon mitten in den Vorbereitungen für mein nächstes Montana-Abenteuer bin, schwelge ich noch immer in Erinnerungen an das traumhafte Augustwochenende in Paris, welches meine Meinung über diese doch sehr zwiespältige Stadt komplett über den Haufen geworfen hat.
Ich bin an jenem Freitagvormittag noch pflichtbewusst zur Arbeit gefahren, und um 14.30 Uhr desselben Tages sass ich bereits erwartungsvoll im TGV nach Paris! Wie schnell und einfach das heute geht. Früher benötigte der Zug mindestens 7 Stunden von Basel nach Paris und heute rast der TGV pfeilschnell über dieselbe Strecke. Also stand ich bereits 3 Stunden später auf dem Perron des Gare de Lyon. Schnell war die Métro-Station gefunden und los ging’s zum zuvor via hotels.com (hier hatten sich noch zwei Gratis-Nächte angesammelt) gebuchten Hotel Villa d’Estrées zwischen dem Quartier Latin und Saint Germain des Près nur ca. 20 Meter von der Seine entfernt gelegen.








Ich war völlig hingerissen vom Charme dieses kleinen Stadthotels. Es befindet sich in einem uralten Gebäude, das zwar renoviert worden ist, jedoch ohne seine Geschichte und seinen Charakter zu übertünchen. Unser Zimmer wirkte wie aus einem früheren Jahrhundert hierher gezaubert, und ich fühlte mich komplett in eine andere Zeit versetzt, als ich das schnuckelige Badezimmer betrat. Szenen aus dem Film „Phantom of the Opera“ drängten sich in mein Bewusstsein und vermischten sich mit der Realität. Wow! Wie romantisch… Fast glaubte ich, durch den Badezimmerspiegel in die Unterwelt unter der Pariser Oper treten zu können…
Ich muss gestehen, dass ich Paris überhaupt nicht mag. Und eigentlich wollte ich nach etlichen Paris-Besuchen in meinen jungen Jahren nie wieder einen Fuss in diese unfreundliche, dreckige und schmuddelige Stadt setzen. Damals, vor über 30 Jahren, bin ich in Paris mehrfach bestohlen und betrogen worden, habe die Arroganz und Unfreundlichkeit der Pariser kennenlernen müssen und den Dreck überall zu ignorieren versucht. Eine furchtbare Stadt… Nichts von Romantik und Liebe war hier zu spüren. Und auch der französischen Küche konnte ich nichts abgewinnen: sauteuer und so verschwindend kleine Portiönchen, dass auf dem riesigen Teller kaum was zu erkennen war. Die vielen kleinen Chinesischen Restaurants hingegen, haben mich schon damals in ihren Bann gezogen.
Trotzdem habe ich mich zu einem erneuten Paris-Besuch überreden lassen. Und nach all den Jahrzehnten hat sich tatsächlich was getan in dieser wahrhaftig äusserst bezaubernden Stadt. Vor allem die Menschen haben sich geändert. Niemand wendet sich mehr empört ab, weil mein Französisch nicht vollkommen ist. Jeder scheint freundlich zu sein und heisst die unzähligen Touristen willkommen. Sofort wird in Englisch geantwortet, wenn klar wird, dass Französisch nicht zu hundert Prozent verstanden wird. Oh, und Essen wird hier richtiggehend zelebriert und zwar nicht nur in den unbezahlbaren mit Michelin-Sternen gekrönten Fresstempeln sondern in jedem Bistro, in jeder Kneipe, auch an jedem Strassenstand. Herrlich, an jeder Ecke lockten wunderbare Düfte und verführerische Anblicke…. Ach könnte ich doch nur mehr essen… Hier gab’s neben all den kleinen Chinesen und Vietnamesen so vieles, das ich gerne ausprobiert hätte…
An unserem ersten Abend in Paris schlenderten wir erstmal rüber zur nahegelegenen Kathedrale Notre-Dame de Paris auf der Seine-Insel Île de la Cité. Faszinierend, wie sie sich da aus der Dämmerung erhob und prunkvoll erleuchtet über den staunenden Bewunderern thronte.



Nichts liess mehr auf die schreckliche Vergangenheit schliessen, die hinter diesen uralten Mauern hoffentlich für immer vergraben blieb. Als ich meinen Blick aber abwandte vom hellen Glanz der prachtvollen Kirche, drang dann doch eine etwas dunklere Welt in mein Bewusstsein. Eigentlich hätten wir uns jetzt gerne irgendwo hingesetzt, um entspannt dem Treiben der Menschen rund um die geschichtsträchtige Kirche zuzusehen, aber das fröhliche Rumgehüpfe hunderter flinker Tierchen hielt uns dann doch davon ab. Erst traute ich meinen Augen nicht, aber dann musste ich ungläubig staunend und etwas angeekelt feststellen, dass hier tatsächlich Heerscharen von Ratten ihr allabendliches Partyleben abhielten. Ratatouille und Konsorten vertrieben sich hier vergnügt die Zeit in aller Öffentlichkeit, vor den Augen aller, für alle sichtbar und keineswegs scheu und still und heimlich. Die Viecher tobten über den Rasen, spielten Fangen im Gebüsch, stritten um Territorien und Leckerbissen und wohl auch um so manche Liebelei, taten sich an den Abfallsäcken gütlich und störten sich so gar nicht an den zum Teil verdutzten, zumeist aber gleichgültigen menschlichen Mitbewohnern dieser grandiosen Stadt der Lichter. Wow, ich war schockiert und konnte nicht glauben, was ich hier sah… aber die possierlichen Tierchen liessen sich sogar ablichten. Auch das Blitzlicht meiner Kamera schien sie nicht im Geringsten zu stören. Ich hatte hier plötzlich Einblick in eine Art andere Dimension… in ein Paralleluniversum der Ratten? Schon zu Victor Hugos Zeiten mussten diese überaus intelligenten Kreaturen das Zepter über dieser Stadt geschwungen haben. Denn sie fanden ganz selbstverständlich auch einen Platz in seinem Roman „Der Glöckner von Notre-Dame“. Nun, diesen Platz haben sie sich bis heute nicht streitig machen lassen…


Ich hab zuhause nachgegoogelt und erfahren, dass Paris tatsächlich ein Rattenproblem hat und diesem nicht Herr werden kann. Es gibt angeblich pro Einwohner 2 1/2 Ratten in dieser Stadt. Und es werden mehr… Auch der Hauptrattenfänger der Stadt (angeblich tatsächlich derselbe, welcher als Ratatouilles Erzfeind im gleichnamigen Film zu einiger Berühmtheit gelangte) weiss sich nicht mehr zu helfen, da die Ratten viel zu schlau sind, um auf seine Tricks hereinzufallen. Und so erobern die intelligenten Tierchen immer mehr dieser riesigen Stadt und machen sie sich untertan… Ich weiss grade nicht, ob ich das beängstigend oder einfach nur genial und super lustig finden soll…



Wir haben diesen Abend jedenfalls in einem hoffentlich nicht rattenverseuchten vietnamesischen Restaurant begonnen und in einem der unzähligen Bistros im Quartier Latin mit einem schönen Glas Wein beendet.




Am nächsten Morgen trieb uns der Hunger schnell wieder aus den Federn, und überall auf den Strassen stiegen uns herrliche Duftschwaden von frischem Gebäck und Kaffee in die Nase. Oh dürfte ich da doch nur auch zulangen… Allerdings wurde ich schnell wieder abgelenkt von den Eindrücken, die in dieser grossartigen Stadt unablässig auf einen einprasseln. Unser heutiger Spaziergang führte uns über die berühmte Brücke Pont-Neuf mit all den verrückten und mittlerweile verbotenen aber nichtsdestotrotz unzählig vorhandenen Liebesschlössern und an den Bateaux Mouches vorbei zum Musée du Louvre.


Überall auf unserem Weg kamen wir an Ständen vorbei, welche sowohl billigen Touristentand feilhielten als auch antike Bücher, Gemälde und andere Kunstwerke all der unzähligen Pariser Künstler anboten. Früher war mir nie aufgefallen, wie poetisch und verwunschen Paris wirken konnte. Heute kam ich mir wie in einem Pariser Märchenbuch vor. Ich fand hier jedes Cliché erfüllt und genoss die Magie dieser zauberhaften Metropole. Ich konnte die liebestollen Touristen aus aller Herren Länder plötzlich verstehen… man wird hier tatsächlich angesteckt vom Zauber einer Jahrhunderte alten Romantik, welche sich nicht wirklich erklären lässt.




Wer will, kann Paris übrigens auch per E-Bike erkunden. Überall in der Stadt finden sich Lade- bzw. Mietstationen, wo man seinen gemieteten Elektro-Drahtesel zum Aufladen parkieren und ein anderes bereits wieder aufgeladenes Bike für die Weiterfahrt besteigen kann.















Der Anblick der schockierend vielen Vorhängeschlösser auf der Pont-Neuf wirkten auf mich dann aber nicht sonderlich romantisch sondern eher krankhaft, beängstigend und hässlich. Millionen von Pärchen haben hier speziell dafür angefertigte Vorhängeschlösser mit ihren Namen oder auch nur Initialen versehen, es in einer nicht mehr vorhandenen Lücke am Geländer der Brücke befestigt und den Schlüssel in die Seine geworfen, auf dass ihre Liebe für immer besiegelt sei. Diese liebestollen Paris-Besucher haben sogar ein Stück des Geländers der Pont des Arts zum Einsturz gebracht, da dieses das Gewicht der unzähligen Liebesbeweise nicht mehr zu tragen vermochte. Daraufhin wurde das gesamte Geländer abmontiert, mitsamt den tonnenschweren Liebesschwüren aus aller Herren Länder in der Seine versenkt und über die gesamte Länge der Brücke durch eine Plexiglasscheibe ersetzt, damit nur ja kein Schloss mehr angebracht werden kann. Nun das hält aber all die weiterhin unermüdlich anreisenden Liebespärchen nicht davon ab, sich einfach einen anderen Ort für Ihr sonderbares Ritual auszusuchen. Die beeindruckendste Ansammlung an Liebesschlössern ist auf der Pont-Neuf zu bestaunen. Es ist wirklich unfassbar, was all diese Verrückten im Liebestaumel hier an Geld, Metall und Herzblut auf den Müll werfen. Ich glaube nicht, dass sie sich bewusst sind, dass Ihre Liebessymbole alle paar Wochen wieder abmontiert und im eh schon recht trübe dahinfliessenden Wasser der Seine ertränkt werden, um neuen Liebesergüssen Platz zu machen!















Als wir’s dann endlich über die Pont-Neuf auf das andere Seine-Ufer hinüber geschafft hatten, holte uns auch schon wieder der Hunger ein, und wir brauchten gar nicht lange nach was Essbarem zu suchen. Schon bald lächelte uns ein winziges Japanisches Restaurant einladend entgegen. Und so gab’s heute Beef-Teriyaki und Sashimi zum Mittagessen.


Frisch gestärkt machten wir uns anschliessend wieder auf den Weg in Richtung Louvre. Es ist wirklich traumhaft schön, einfach so durch Paris zu schlendern. Diese Stadt ist vollgepackt mit historischen Gebäuden, welche allesamt an die Leidenschaft und Fantasie der Künstler bzw. Architekten erinnern, die diese wundervollen Bauwerke erschaffen haben. Genussvoll suchten wir uns in dem Gewirr von Strassen und Gassen unseren Weg.







Wir kamen auch an der Comédie Française vorbei. Das Gebäude selber geht neben all den anderen Prunkbauten eher unter, aber die Atmosphäre rund um die Comédie Française herum ist wunderbar leicht und fröhlich. Überall vergnügen sich die Menschen, lauschen den bezaubernden Klängen der Strassenmusikanten, schauen den Flaneuren hinterher und geniessen einfach einen herrlich sonnigen Nachmittag in Paris.



Wir liessen uns von dem uns umgebenden Müssiggang jedoch nicht anstecken sondern wanderten weiter zum Louvre. Eigentlich wäre ich da schon gerne mal rein, um einmal in meinem Leben die Mona Lisa zu sehen. Aber dafür bleibt einfach keine Zeit, wenn man nur 48 Stunden für die ganze Stadt zur Verfügung hat. Wer die Ausstellung im Louvre besuchen möchte, sollte dafür schon mindestens einen ganzen Tag einrechnen. Wir begnügten uns also mit der immensen Palastanlage des Louvre, welche frei zugänglich ist und ebenfalls einige Stunden Zeit zur Besichtigung verlangt.
























Ich konnte mich nur schwer von dem imposanten Gebäudekomplex losreissen. Dessen Architektur sowie die wie riesige Kristalle wirkenden Glaspyramiden inmitten der im Hof des Palastes angelegten Wasserbecken samt Springbrunnen zogen mich mit ihrem Spiel aus Licht und Schatten unweigerlich in ihren Bann. Aber gleich nebenan lockte der Jardin des Tuileries, dessen Grün eine luftige Oase der Ländlichkeit in diese unendlich riesige Stadt zauberte.










Am Ende der herrlichen Parkanlage, kurz vor der Place de la Concorde angekommen, kehrten wir wieder um, liefen durch den angrenzenden Luna-Park wieder zurück und schlugen dann den kürzesten Weg zu den Galéries Lafayette ein.

Gebannt blieb ich immer wieder vor den Auslagen der unzähligen Konfiserien stehen. Der Anblick war einfach zu verlockend, um achtlos daran vorbei zu gehen. Sehen diese Läden nicht aus wie einem Märchenbuch entsprungen? Einfach traumhaft einer wie der andere…


Unser Weg führte uns auch an der Musikakademie vorbei, ein weiteres Beispiel der unnachahmlichen Baukunst in Paris, welches wir ein wenig später auch noch von oben bewundern durften.



Meine Füsse brannten und ich hätte mich liebend gerne einfach irgendwo hingelegt, aber die Tour musste weitergehen, denn am Abend erwartete uns noch ein weiteres Highlight, das ich dann sitzend absolvieren konnte. Also ging’s erst mal zu Fuss weiter auf die Dachterrasse der Galéries Lafayette, dem berühmtesten Pariser Kaufhaus überhaupt. Um hier auf Shopping-Tour zu gehen, benötigt man schon einen dickeren Geldbeutel, als wir ihn dabei hatten. Hier kostet ein einziges herrliches wunderbares zauberhaftes fantastisches aber winziges Macaron stolze 3.– Euro!!! Aber man darf sich ja mal umsehen, die gediegene Atmosphäre in sich aufnehmen und dann vielleicht doch das eine oder andere Schnäppchen entdecken. Zum Shoppen waren wir allerdings gar nicht hier. Denn die von aussen sehr unscheinbaren Gebäude beherbergten einen ganz anderen Schatz: eine herrliche Kuppel aus farbigem Glas!






Und dann erwartet den neugierigen Paris-Besucher auf der Dachterrasse dieses schicken Pariser Shopping-Centers der wohl schönste Blick über die Stadt, schöner noch als vom Eiffelturm, denn von hier aus ist der Eiffelturm mit drauf auf dem beeindruckenden Panorama.







Müde und mit wunden Füssen sind wir wieder in unserem süssen, verwunschenen Hotel angekommen. Wir hatten gerade mal eine halbe Stunde Zeit, um zu duschen und die Füsse etwas hochzulegen. Und dann mussten wir los, um die Abfahrt unseres zuvor gebuchten Sightseeing-Bootes nicht zu verpassen. Es werden viele verschiedene Touren angeboten, mit und ohne Essen, bei Tag oder bei Nacht, etc. etc… Wir haben uns für eine romantische Night-Cruise ohne Dinner entschieden, da das Menü nicht frei wählbar ist und ich ohnehin nicht vom Anblick des nächtlichen Paris abgelenkt werden wollte. Hier haben wir auch noch einen Rabatt erhalten, und so kamen wir sehr günstig zu einer zauberhaften Bootstour durch das prachtvoll beleuchtete Paris. Nun fühlte ich mich vollends ins Paris des Phantoms der Oper versetzt. Etwas unheimlich, unglaublich faszinierend und verführerisch und hoffnungslos romantisch… So muss Paris doch sein, oder?


























Um 23.00 Uhr stiegen wir völlig benommen von der erlebten Lichtermagie von Bord unseres Tour-Bootes, und dann fiel uns plötzlich auf wie hungrig wir waren. Und schnell war ein kleiner Thai in der Nähe unseres Hotels gefunden, wo wir uns als einzige weil letzte Gäste einen traumhaft leckeren Papaya-Salat gönnten. Für mehr reichte es heute nicht mehr. Wir waren beide fix und fertig. Und so fielen wir zwar völlig erledigt aber glücklich und beseelt vom Zauber dieser Stadt in die Kissen und träumten von weiteren Pariser Abenteuern.

Ziemlich zerknautscht und auch ein bisschen traurig wachten wir am nächsten Morgen auf, denn die letzten Stunden unseres Paris-Trips waren angebrochen. Wir mussten packen, unser süsses Zimmer räumen und unser Gepäck an der Rezeption abgeben bis zu unserer Abreise am selben Abend. Ach was soll’s. Wir haben ja noch ein paar tolle Stunden hier vor uns, und die wollten wir geniessen…





Heute wollten wir uns noch die hoch über dem Montmartre thronende Kirche Sacré-Coeur ansehen. Und so stiegen wir hinunter in die unergründlichen Tiefen der Pariser Metro.



Und obwohl es eigentlich sehr leicht ist, sich im Pariser Untergrund zurechtzufinden, haben wir uns doch einmal vertan und die falsche Bahn erwischt. Wir haben’s aber sofort bemerkt und waren innerhalb von wenigen Minuten wieder zurück am Ausgangspunkt. Von nun an haben wir dann unserer Unternehmung mehr Aufmerksamkeit geschenkt und somit auch dieses Ziel sicher erreicht.

Bei der Metro Station Anvers angekommen folgten wir einfach dem sich durch die Strassen wälzenden Touristenstrom und schon nach wenigen Schritten erblickten wir die wunderschöne Kirche Sacré-Coeur. Herrschaftlich erhob sie sich vor uns und strahlte hell auf die etwas schmuddlige Umgebung herab.

Aber bevor wir die vielen Treppen nach oben erklommen, genossen wir die wiederum äusserst verführerischen Auslagen der hiesigen Konfiserien.




Eigentlich war ich ja bereits an meinem Ziel angekommen. Die zugegebenermassen wunderschöne Kirche konnte einfach nicht mit der sinnlichen Schönheit der hier angebotenen Macarons mithalten. Die besten soll es bei Ladurée geben, aber das interessierte mich nicht im geringsten. Hier kostete ein solch hübsches Teilchen lediglich 1.– Euro und so beliess ich es nicht nur beim Bewundern sondern liess mir eine 20er-Schachtel mit meinen Favoriten zusammenstellen. Und ich durfte sogar eins umsonst probieren, was mich natürlich wie gewünscht gleich zum Kauf verleitete. Aber ich bereute diese Dekadenz kein bisschen. Endlich hatte ich eine Leckerei für mich entdeckt, welche auch ich ohne Reue geniessen durfte, denn diese edle Köstlichkeit ist komplett glutenfrei, da nur Mandelmehl verwendet wird.
Die erstandenen Macarons überlebten dann tatsächlich die Reise nach Hause und versüssten uns noch ca. eine Woche lang den Alltag, in den wir unweigerlich zurückkehren mussten. Als ich meine Zähne in das letzte dieser zauberhaften Teilchen schlug, stand mein Entschluss bereits fest. Ich musste unbedingt herausfinden, wie ich diese Dinger selber herstellen konnte. Aber davon erzähl ich dann ein anderes Mal…



Ja und dann standen wir endlich vor unserem eigentlichen Tagesziel und entschieden uns schnell für die Standseilbahn, die neben den endlos erscheinenden Treppen in 2 Minuten nach oben glitt. Ein schlechtes Gewissen hatte ich keines, es würde heute sicher noch genug zu laufen geben.

Oben angekommen, gab’s dann doch noch ein kleines Treppchen zu erklimmen, was wir mit Bravour meisterten, und dann genossen wir den herrlichen Blick der sich uns bot.

Ganz Paris lag uns zu Füssen.



Auch die tierischen Einwohner von Paris schienen diese Aussicht zu geniessen. Nichts konnte sie aus der Ruhe bringen. Auch die vielen Touristen, die hier oben um jeden Quadratmeter kämpften, liessen sie scheinbar kalt, denn sie blieben einfach auf ihren Posten hocken, egal wie sehr die Menschen ihnen auf die Pelle rückten.


Wieder begnügten wir uns mit der Aussenansicht dieses grandiosen Bauwerks, denn die Besucherschlange vor dem Eingang zu den innenliegenden Herrlichkeiten war uns einfach zu lang. Es muss ja auch nicht alles auf einmal abgeklappert werden. Man kann sich doch auch was für ein nächstes Mal aufheben, oder?!








Nachdem wir uns durch all die Souvenir-Shops hindurch gezwängt und es geschafft hatten, wirklich nur einen Magneten für die Kühlschranktür zuhause zu erstehen, machte sich schon wieder Hunger in unseren Eingeweiden breit. Da es hier weit und breit aber nichts asiatisches zu entdecken gab, durfte ich mal was französisches ausprobieren. Salat mit überbackenem Chèvre sollte es sein.








Da das leckere Essen ja auch wieder irgendwie abtrainiert werden musste, schlenderten wir eher gemütlich durch das Künstlerviertel am Montmartre in Richtung Metro-Station.

Es gab hier soviel zu bestaunen und zu bewundern, dass wir nur sehr langsam vorwärts kamen. Die Kunstwerke waren hier nicht nur einfach ausgestellt. Nein, hier sassen die Künstler alle gleich bei der Arbeit und vollbrachten ihr Wunder live vor den Augen der faszinierten Zuschauer. So bekam jedes Bild gleich eine ganz andere Bedeutung. Sie waren irgendwie lebendig, voller Energie und Emotionen.







Als uns langsam die Luft ausging, spazierten wir weiter durch das Wirrwarr an Gassen und Strassen wieder zurück zur Talstation der Bahn zur Sacré-Coeur hinauf.















Hier setzten wir uns in ein Bistro am Strassenrand und genossen eine letzte gemütliche Stunde in dieser faszinierenden vielseitigen Stadt.

Und dann war’s Zeit zum Hotel zurückzufahren, unser Gepäck einzusammeln und zum Gare de Lyon aufzubrechen. Unterwegs entdeckte ich noch eine winzige Crepes-Bude, die glutenfreie Crepes anbot. Das musste ich natürlich näher inspizieren. Galettes Bretonnes nennen sie die Dinger, welche traditionell aus Buchweizenmehl hergestellt werden. Die klassischen Galettes Bretonnes werden mit Schinken und Käse gefüllt, aber dieser kleine Shop bot alle möglichen Variationen an. Ein Traum! Wo bot sich mir denn sonst so eine Auswahl! Ich gönnte mir also eine Galette James Dean mit Käse, Hackfleisch gerösteten Zwiebeln und Speck gefüllt… Grace Kelly klang auch sehr verlockend, die wurde mit Lachs und Crème Fraîche gefüllt. Definitiv noch eine Delikatesse, die es zuhause nachzukochen gilt…

Fazit: Paris wird nicht umsonst die Stadt der Liebe und der Lichter genannt. Und obwohl ich Paris schon oft besucht hatte und es mir nie gefallen hatte, vermochte dieser letzte Besuch im August mich eines Besseren zu belehren. Paris ist zauberhaft, verwunschen, traumhaft, alt, schmutzig, von Ratten regiert, faszinierend bohémien und einfach très charmant.
Ich komme bestimmt wieder!!!


